Nachwuchsteams zur Flächen- und Trümmersuche sowie zum Mantrailing
Sie haben einen Hund und wollen bei uns mitmachen?
Sie haben keinen Hund oder noch keinen Hund und möchten sich ehrenamtliche als Einsatzkraft ohne Hund in der Rettungshundearbeit engagieren? Ebenso wie Hundeführer mit Hund werden auch Einsatzkräfte ohne Hund für das Training und den Einsatz benötigt! Einsatzkräfte ohne Hund können in der Staffel vielfältige Aufgaben übernehmen und unterstützen im Einsatz die Hundeführer.
Wir versuchen regelmäßig die Chance zum Zuschauen und Kennenlernen beim Training zu geben sowie Schnuppertrainings zu veranstalten, um interessierten Teams einen Einblick zu verschaffen und Nachwuchs zu finden. Viele Informationen über die Anforderungen finden Sie auf diesen Seiten. Wenn Sie Interesse haben, lesen Sie sich bitte diese Seite durch. Sollte die Beschreibung auf Sie zutreffen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Wir freuen uns !
Bitte melden Sie sich bei Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement am einfachsten per Email der auch einen Anruf unter (089) 72011-0.
Allgemeines:
Jeder Interessent kann nach einer "Schnupperzeit" von 4-8 Wochen erklären, ob er der Staffel beitreten will. Die Staffelleitung entscheidet über die Neuaufnahme oder Ablehnung eines Interessenten. Der Nachwuchshundeführer oder Helfer ohne Hund wird für ca. 1/2 Jahr Probemitglied. Danach wird er als festes Mitglied in die Staffel aufgenommen, wenn er und sein Hund in die Gruppe passen.
Erfahrungsgemäß lässt die Rettungshundearbeit für andere, zeitaufwändige Freizeitbeschäftigungen kaum noch Raum, so daß in der Schnupper- und Probezeit die persönlichen Prioritäten, die individuelle Familienverträglichkeit und die zeitliche Machbarkeit der Rettungshundearbeit eruiert werden sollten.
Was kommt auf ein Rettungshundeteam zu?
Die HundeführerIn bzw. Einsatzkräfte ohne Hund sollten körperlich fit sein, eine gewisse Sportlichkeit ist Voraussetzung.
In einer Rettungshundestaffel bildet der Hundeführer seinen Hund nach Anleitung der Ausbilder aus, und steht für die Ausbildung der anderen Hunde als Helfer ("Opfer") zur Verfügung (so wie alle anderen Staffelmitglieder für seinen Hund als Helfer zur Verfügung stehen). Man arbeitet also auch viel mit den anderen Hunden, nicht nur mit seinem Eigenen.
Anforderungen an den Hund 
Der Hund sollte bei Beginn der Ausbildung nicht älter als 2 Jahre sein. Ideal ist ein Start im Welpenalter. Grundsätzlich gibt es keine spezielle „Rettungshunde-Rasse“, man muss sich einen Hund aussuchen, der vom Typ her "zu einem passt". Jedoch sind „Extreme“ wie z. B. Dogge, Yorkshire Terrier oder kurznasige Rassen eher ungeeignet (Stockmaß ca. 40-70cm). Herdenschutzhunde und Vertreter der sog. „Kampfhunderassen“ werden nur bei besonderer Eignung aufgenommen.
Der Hund muß freundlich zu Menschen und zumindest neutral zu anderen Hunden sein, muß eine belastbare Motivationsfähigkeit (Spielzeug oder Futter) mitbringen, muß gelassen auf Umweltreize aller Art reagieren, sowie lauffreudig, ausdauernd und kletterfreudig sein. Der Hund muß an das Autofahren und den Aufenthalt im Auto gewöhnt sein.
Ansonsten zeigt sich die Eignung bei den individuellen Eigenschaften des einzelnen Hundes, wie die Verträglichkeit mit Artgenossen und fremden Menschen, seine Nervenstärke und seine Lernfreude und Motivation. Ein spezieller Eignungstest wird am Anfang der Ausbildung durchgeführt.
Wir freuen uns über lebhafte, freundliche, neugierige, gut motivierbare Hunde und ihre Besitzer.
Anforderungen an den Menschen
Das regelmäßige Training findet 2-3 mal pro Woche statt, abgesehen von den täglichen, privaten Übungseinheiten. Wir machen Gerätetraining, trainieren verschiedenste weitere Fertigkeiten und üben natürlich im Wald bzw. auf Trümmerkegeln. Der Grundgehorsam sollte mit den Hunden zuhause geübt werden. Die Theorieausbildung kommt dazu. Der Zeitaufwand ist also relativ hoch. Aber keine Sorge, die Meisten von uns sind voll berufstätig und/oder haben Familie/Kinder.
Regelmäßiges Training ist wichtig, damit die Ausbildung nicht zu lange dauert, und auch danach hört das Training nie auf...
Sobald die Nachwuchs-Hundeführer die theoretischen Grundlagen gelernt, den Sanitätshelferkurs absolviert haben und sicher im Umgang mit Karte und Kompass sind, gehen sie als Einsatzhelfer ohne ihren Hund mit in die Einsätze, um dort Einsatzerfahrungen zu sammeln und die einsatzfähigen Hundeführer zu unterstützen. Wer selber ein geprüftes Rettungshundeteam wird, bekommt dann wiederum einen Einsatzhelfer mit.
Unsere Einsatzkräfte ohne Hund arbeiten genau wie alle Anderen im Training mit, nehmen an den Ausbildungen teil und sind ein wichtiger Bestandteil des Gesamtteams. Sie gehen nach absolvierter Ausbildung als Einsatzkraft ohne Hund zusammen mit einem Hundeführer in den Einsatz.
Wir erwarten von Beiden eine regelmäßige und pünktliche Teilnahme an den Staffelveranstaltungen (Training, Theorie, Lehrgänge, Öffentlichkeitsveranstaltungen, Sanitäterfortbildungen, Übungen und Einsätze). Dabei muß gewährleistet sein, dass Hundeführer an mindestens 75%, Helfer ohne Hund an mindestens 60% der Veranstaltungen teilnehmen können.
Zur theoretischen Ausbildung gehören:
- Orientierung, Kartenarbeit, Kompasskunde
- Flächensuche
- Trümmersuche
- Grundlagen des Mantrailings
- Einsatztaktik
- Sprechfunk, Funktechnik
- Trümmerkunde und Bergung
- Unfallverhütung und Sicherheit
- Erste Hilfe am Hund
- Sanitäterlehrgang
- Kynologie
- Stressbewältigung
Ausgebildet wird positiver Bestärkung, viel Spaß und Spiel für die Hunde.
Das Training 
Unsere Trainingsgebiete befinden sich in und rund um München (Waldgebiete, Abrißgelände), das Gelände für die Unterordnung und das Gerätetraining ist in Obersendling.
Trainiert wird dienstags abends von 19.00-23.00 Uhr sowie einmal am Wochenende 4-6 Stunden. So wird gewährleistet, daß HundeführerIn und Hund, die als Team zusammenarbeiten, allzeit einsatzfähig werden und auch bleiben. Das Übungsgelände am Wochenende wird möglichst oft gewechselt, um die Suche immer wieder interessant und authentisch zu gestalten. Ein Auto ist zum Erreichen der Gebiete unerlässlich.
In Einsatzübungen wird der Ernstfall geübt.
Die Ausbildung des Hundes
Die Hunde werden über Spielzeug oder Futter als Belohnung zum Rettungshund ausgebildet. So werden sie mit viel Spaß motiviert und an die Arbeit herangeführt. Ein Rettungshund wird ohne Druck und Zwang ausgebildet, nur über Spaß und Motivation.
Die Prüfung
Zur DIN 13050-Flächenprüfung (gemeinsame Prüfungsordnung aller Hilfsorganisationen) gehören ein theoretischer Test, Gehorsamsübungen, der sogenannte Verweistest (Anzeige eines Opfers auf Sicht) und die Suche von ein oder zwei Vermissten in einem 30.000qm großen Gelände mit Erstversorgung der "verletzten" Opfer.
Die Trümmerprüfung beinhaltet zusätzlich Geräteübungen. Der Hund muss z. B. über eine liegende Leiter balancieren, über eine Wippe gehen und durch eine enge Röhre kriechen. Statt der Suche im Wald müssen hier mehrere Verschüttete in einem Trümmergelände gefunden werden.

Und die wichtigste Frage...
Wie lange dauert die Ausbildung zum Rettungshundeteam?
Die Ausbildung eines Rettungshundes dauert ein Leben lang! Wir haben schließlich ein Lebewesen an der Leine und keine Maschine, die einmal eingestellt immer funktioniert. Wir arbeiten mit einem Tier, das individuelle Eigenheiten auf sich vereint, wie bei uns selbst auch. Dementsprechend dauert die Ausbildung auch individuell bei dem Einen länger, bei dem Anderen geht’s schneller. Entscheidend ist auch der Hundeführer. Wie schnell lernt er, sich auf seinen Hund einzustellen, seinen Hund zu "lesen" und die Hilfen und Vorgaben seiner Ausbilder richtig umzusetzen.
Erfahrungsgemäß dauert es 2-3 Jahre bis zur ersten Prüfung und Einsatzbereitschaft, aber auch danach geht das Training natürlich weiter.
Kosten
Die aktive JUH-Mitgliedschaft in der Rettungshundestaffel ist kostenlos. Der größte Teil der Kosten für Ausrüstung, Lehrgänge und Prüfungen wird von der JUH übernommen. Dennoch kommen auf das Staffelmitglied einige nicht ganz unerhebliche Ausgaben zu. (z.B. Spritkosten zu den Trainings, bestimmte Ausrüstungs-gegenstände, Hundezubehör etc.)
